Kyudo, der "Weg des Bogens",
wird mit dem japanischen asymmetrischen Langbogen geübt.
VorJahrhunderten noch Waffe bei Kampf und Jagd, ist er heute ein Gerät für eine reizvolle Sportart. Die Übung schärft die Körperwahrnehmung und schult dabei gleichermaßen Konzentrationskraft und Gelassenheit. Die klare, vorgegebene Form wirkt sich positiv auf Körperhaltung und Bewegungskoordination aus. Dabei kommt es nicht auf Muskelkraft an, sondern vielmehr auf das Zusammenspiel und die Einheit des Ganzen. So verbindet Kyudo auf einfache Weise geistiges Training mit sportlicher Betätigung fur Damen und Herren jeden Alters.
Geschichtliches und Erfolge
Durch ein Buch des Religionsphilosophen Eugen Herrigel auf Kyudo aufmerksam geworden, begann Kurt Böhm vor nun bereits mehr als 20 Jahren im Kyudo-Dojo Weilheim seine Kyudoausbildung. Nach vier Jahren intensiven Übens und Absolvierens von Prüfungen brachte er 1988 mit einem Kurs an der Volkshochschule Kaufbeuren das Kyudo auch nach Germaringen. Alle zehn Teilnehmer dieses ersten Kurses waren begeistert und fest entschlossen, diesen "Weg des Bogens" auch weiterhin regelmäßig zu beschreiten. Sie suchten nach einem Verein, dem sie sich als Abteilung anschließen konnten. Im SVO Germaringen, seinerzeit mit Herrn Nocker und Herrn Biechele im Vorstand, fanden sie schließlich einen der aufgeschlossensten Vereine der Umgebung.
Von dieser Anfängergruppe sind durch Umzug oder berufliche Veränderungen bedingt, nur noch Wenige übrig. Durch stetige Neuzugänge konnte die kleine Gruppe ihre Stärke aber bis heute beibehalten. Sie konnte auch regelmäßig jedes Jahr eine Mannschaft für die Bayerischen Meisterschaften aufstellen. Sogar für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften konnten sich bereits zwei Kyudoka, Kurt Böhm und Michael Perschke, qualifizieren. Es wurden bislang 3 mal ein 3. Platz in der Bayerischen Mannschaftswertung, 1 mal ein 1. Platz in der Einzelwertung und 2 mal ein Vizemeister bei den Bayerischen Entekimeisterschaften erreicht. Die größten Erfolge dieser SVO-Abteilung errang aber Kurt Böhm, der 1988 Süddeutscher Einzelmeister wurde und 1989 den Titel "Deutscher Vizemeister" mit nach Hause bringen konnte.
Im Jahr 2005 hat Michael Perschke die Funktion des Übungsleiters von Kurt Böhm übernommen. Nach 16 Übungsleiterjahren hatte Kurt Böhm den Wunsch geäußert, dieses Amt weiterzugeben, aber weiterhin mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Wie bei allen Budo-Sportarten sind neben den Wettkampfaktivitäten auch Prüfungen ein fester Bestandteil des Kyudo. Die ersten Anfängerprüfungen können noch innerhalb der Landesgrenzen in Bayern absolviert werden. Hat man aber den 1. Kyu Grad erreicht, muss man sich für die nächste Prüfung, zum 1. Dan (Schwarzgurt), bereits zu einem internationalen Seminar anmelden. Hier begegnen sich Kyudoka aus ganz Europa und zeigen gemeinsam ihr Können vor hochgraduierten japanischen Lehrern. Unsere Abteilung kann sich auch hier immer gut sehen lassen.
